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solar home systems

sind kleine 50 Watt-Photovoltaikanlagen und wurden als Insellösungen für Wohn-häuser in Dörfern und Regionen konzipiert, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind.

Sie dienen auch dazu, derartige Kerosinlampen, Kerzen oder andere ungesunde Licht-quellen zu ersetzen.
Der fehlende Zugang zur Elektrizität verursacht den Menschen ernsthafte Probleme: Die Petroleumlampen, die die Bewohner bisher benutzen, sind durch ihren schäd-lichen Rauch und Ruß gesundheitsgefährdend, die mangelnde Beleuchtung trägt zu Augenproblemen bei. Nicht nur Frauen, die in den Morgenstunden kochen, sind davon betroffen - auch die Kinder, die nur abends ihre Hausaufgaben machen können (da sie tagsüber bei der Feldarbeit mithelfen), leiden unter der aktuellen Situation. Die Familien sind zudem von jeglichen Informationsnetzen wie Radio oder Fernsehen abgeschnitten. So kommt zur wirtschaftlichen Armut noch eine strukturelle dazu. Bildung und Entwicklung sind jedoch nur möglich, wenn die technischen Vorausset-zungen dafür vorhanden sind.

Die Solar-Home-Systeme sind ebenso einfach wie wirkungsvoll. Jedes System garantiert in dieser Ausführung den Betrieb eines schwarz/weiß-Fernsehers, eines Radios sowie von drei Energiesparlampen.

Umgerechnet 700 Euro kostet die Installation eines Solarpanels auf den ärmlichen Hütten der meist von der Landwirtschaft lebenden Menschen. Fünf bis zehn Personen umfasst oft solch ein Haushalt.

Wie bei allen Projekten wird von den Begünstigten ein Eigenanteil erwartet: sie müssen ihr Haus oder ihr Grundstück für die Installation der Photovoltaikanlagen vorbereiten. Zudem zahlen sie über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Nutzungsgebühr von 2,50 $ pro Monat. Dieser Betrag entspricht den Ausgaben, die die Familien vorher für Kerosin oder Kerzen hatten.

Aus diesen Zahlungen wurde ein Fonds gebildet, aus dem die Nutzer Hilfe für Ersatzteile und kleine Reparaturen erhalten können.

Insgesamt wurden in San Marcos und zugehörigen Gemeinden etwa 200 solar home systems installiert, finanziert aus privaten Spenden sowie mit Förderungen der Klima-schutzstiftung, der Greenpeace-Stiftung und der GLS-Stiftung Neue Energie. Daneben waren diese Systeme Teil des Wiederaufforstungsprojektes, das durch Gelder von Engagement Global und der Stadt Jena möglich wurde.
Erwähnenswert ist noch, dass APRODIM nie viel Werbung für die solar home systems machen musste. Die beste Propaganda ist, dass die Systeme zuverlässig und war-tungsfrei funktionieren. So kamen viele Anträge von Familien, die entsprechende Anlagen in der Nachbarschaft oder Verwandschaft gesehen hatten.

Da die nicaraguanische Regierung große Anstrengungen unternommen hat und wei-terhin unternimmt, um alle Gemeinden des Landes an das Stromnetz anzuschließen und die Energieerzeugung auf erneuerbare Quellen umzustellen, besteht derzeit weniger Bedarf an diesen Anlagen. Sie sind aber nach wie vor sinnvoll zur dezentralen Stromerzeugung und zur Entlastung des offiziellen Stromnetzes.

Präsentation zum Projekt: