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eine Natur- und Umweltkatastrophe

Eine Auswirkung des Klimawandels ist jedoch, dass sich die Luftmassen über den Ozeanen schneller und stärker erwärmen. Dadurch entstehen häufig größere und zerstörerische Wirbelstürme wie Eta und Iota, die mehr Wasser transportieren.

Da die Stürme zuerst an der karibischen Ostküste auf Nicaragua trafen, waren dort die stärksten Schäden zu befürchten. Der Staat ist auf solche Katastrophen vorbereitet. So wurde die Infrastruktur in den gefährdeten Städten gesichert und 70.000 Menschen wurden evakuiert.

Im Stadtgebiet von San Marcos gab es Zerstörungen an Wohngebäuden und der öffentlichen Infrastruktur. Auch einige Häuser von Familien, deren Kinder in unserem Patenschaftsprogramm sind, wurden beschädigt. Auf deren Pateneltern in Jena und anderen Städten ist immer Verlass, und so kam in vielen Fällen schnelle finanzielle Hilfe zur Reparatur der Häuser.

Wie so häufig waren die Schäden in der sog. Trockenzone, der zum Pazifik hin abfallenden Region von San Marcos und in anderen ländlichen Gemeinden der Stadt, am schwerwiegendsten: hier wurden 90% der einzigen Straße, die diese Gemeinden mit dem Zentrum verbindet, unterspült. Infolgedessen waren diese Stadtviertel zeitweise von der Umwelt abgeschnitten.

Am schlimmsten traf es allerdings viele Bauern in der ländlichen Zone unserer Partnerstadt: durch die außer-gewöhnlich starken und zur Unzeit eintreffenden Regenfälle im Zuge der Wirbelstürme wurden zwischen 70% und 90% der im September ausgesäten Anpflan-zungen von Mais, Bohnen und Sorghum vernichtet. Damit sind nicht nur die Grundnahrungsmittel und die wirtschaftliche Basis für die kommenden Monate verloren. Ebenso schlimm ist die Tatsache, dass dadurch für die erste Aussaat im Jahr 2021 nicht ausreichend Saatgut zur Verfügung steht.
Kleinere Verluste gab es bei Anpflanzungen von Kaffee, Zitrusfrüchten, Bananen, Mais und Ananas. Einige Land-wirte verloren einen Teil ihrer Tiere durch Unter-kühlung aufgrund der ununterbrochenen Regenfälle.

Den Landwirten in der Region wurde durch diese Umweltkatastrophe die Lebensgrundlage entzogen.

Um hier sofort zu helfen, aber auch die landwirt-schaftliche Produktion längerfristig resistenter gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu machen, hat unser Partnerverein APRODIM ein Not-hilfeprojekt vorgeschlagen. Für dessen Finanzierung zeichnen das Eine-Welt-Haus Jena gemeinsam mit den anderen europäischen Partnerstädten von San Marcos, Biel/Bienne und Helmond, verantwortlich.