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Zayra Lucia Solis Soto

Zayra wurde am 25. Juni 2018 geboren und im Jahr 2019 in das Projekt aufgenom-men. Seit Februar 2019 bekommt sie eine physiotherapeutische Behandlung, im März begann die Betreuung durch den Psychologen Serguei.

Seit der Geburt leidet sie an einer Zerebralparese, einer durch einen Gehirnschaden ausgelösten Bewegungsstörung.

Sie stammt aus einer problematischen Familie: Der Vater ist alkohol- und drogen-abhängig; er arbeitet als Fahrer einer der vielen Fahrradtaxis in San Marcos. Die Mutter ist Straßenverkäuferin, sie verkauft aus Mais hergestellte Backwaren. Von dem wenigen Geld, das die beiden Eltern so verdienen, gibt der Vater viel für seine Drogen-abhängigkeit aus und trägt kaum etwas für die Familie bei. Um diese Situation zu ändern, wird auch mit dem Vater gearbeitet: ihm wurde ein Therapeut vermittelt, um seine Abhängigkeit zu behandeln. Dazu in eine Therapiegruppe aufgenommen. Der Vater stimmt dem zu und ist kooperativ; er wünscht sich eine Veränderung seiner Situation. 

Zayra ist tagsüber im Wesentlichen in der Betreuung ihrer Großmutter.

 

März und April 2020: Arlen betreut Zayra seit Mitte des Jahres 2019.

Da Zayra häufig Krämpfe hat und deswegen oft ihre Medikamente nicht einnehmen kann, bekommt sie Massagen. Ihre Mutter und ihre Großmutter lernen, das Kind zu beruhigen und bei Krampfanfällen vor Verletzungen zu schützen.

August 2020: Trotz der Einschränkungen durch die coronabedingten Hygienemaß-nahmen wird die Behandlung von Zayra fortgesetzt. Sie leidet weiterhin an Krämpfen und hat Atemprobleme.

Oktober 2020: Die Patientin wird weiterhin psychotherapeutisch betreut, wobei die Behandlungen hauptsächlich zu Hause stattfinden. So werden sowohl die Familie als auch die Projektmitarbeiter vor einer Virusinfektion geschützt.

Es wird ein besonderes Augenmerk auf eine kognitive Verhaltenstherapie gelegt. Zusätzlich wurde sie in ein Programm zur Früherziehung aufgenommen.

Dezember 2020: Obwohl seit Mitte des Jahres 2020 ein Großteil der Behandlungen mit reduzierten persönlichen Kontakten zwischen den Therapeuten und der Familie umgesetzt wurden, macht Zayra deutliche Fortschritte: sie ist lebhafter und fröhlicher, sie tritt schneller in Kontakt mit Serguei und auch fremden Menschen.

Die Patientin ist allerdings sehr anfällig für Atemwegserkrankungen, deswegen musste sie eine Woche lang im Krankenhaus wegen einer Lungenentzündung behandelt werden. Dadurch sind verstärkt wieder kleine Krampfanfälle aufgetreten, vor allem abends.

 

 

Januar 2021: Das Kind erhält zur Zeit eine Musiktherapie. Dabei werden die Stimmen ihr bekannter Menschen ausgenommen und ihr vorgespielt. So soll erreicht werden, dass sie sich leichter mit anderen Personen anfreundet.

Leider geht ihre körperliche Entwicklung kaum voran, weil die Mutter nicht mit ihr zu den Therapiesitzungen kommt. Zayra hat noch immer eine schlechte Körperhaltung und kleine Krampfanfälle.

 

 

März 2021: Dank des Einflusses der Projektmitarbeiter ist der Vater von Zayra einer Gruppe der „Anonymen Drogenabhängigen“ beigetreten.

Zayra nimmt an einer Musiktherapie teil, was zu ihrer psychischen Stabilität beiträgt; sie weint weniger und kann sich bei der Musik besser entspannen. Dadurch ist sie in der Lage, längere Zeit ohne ihre Mutter zu verbringen – denn sie hängt nach wie vor sehr eng an ihren Eltern, was die Therapie allgemein schwierig macht.

Ihr größtes Problem ist ihr Gesundheitszustand: häufig bekommt sie bei einem Wetterwechsel Husten, gelegentlich kam es zu Lungenentzündungen.

Die Mutter von Zayra kann sich nicht immer und häufig nicht adäquat um sie kümmern. Aufgrund ihres nied-rigen Einkommens kann sie die krampfhemmenden Arzneimittel nicht immer kaufen, häufig ist die Ernährung nicht ausgewogen.

Mai 2021: Die Patientin bekommt von den Projektmitarbeitern weiterhin eine Musiktherapie. Dadurch ist sie etwas ruhiger geworden, sie weint weniger, während sie durch den Psychologen Serguei und die Lehrerin im Zentrum für Früherziehung behandelt wird.

Die Entwicklung von Zayra wird dadurch behindert, dass ihre Mutter sehr streng zu ihr ist und sie oft schroff anspricht. Um hier anzusetzen, wurde auch den Eltern eine psychologische und soziale Betreuung angeboten, was diese jedoch bisher abgelehnt haben.

Juli 2021: Die Patientin kommt weiterhin in den Genuss einer Musiktherapie, was zu weiteren kleinen Fortschritten geführt hat: sie lächelt häufiger und weint nicht mehr, wenn fremde Menschen ins Haus kommen. Sie jammert nur noch, wenn sie gesundheitliche Probleme hat oder sich schlecht fühlt.

Inzwischen werden die Eltern aus den oben genannten Gründen psychotherapeutisch behandelt. Der Vater hat eine zeitweise Anstellung als Maurer in der Hauptstadt bekommen.

September 2021: Das Mädchen wird in der Vorschule der Behinderteneinrichtung betreut. Die Musiktherapie hilft ihr dabei, aktiv an der physiotherapeutischen und psychologischen Behandlung teilzunehmen, dabei ruhig zu bleiben und nicht zu weinen. Sie hat ihre übergroße Abhängigkeit von ihrer Mutter überwunden, was es ermöglicht, dass sie in der Behinderteneinrichtung oder dem Gesundheitszentrum betreut wird, ohne dass immer Familienmitglieder anwesend sind.

Zayra Lucia wird mit einem krampfhemmenden Mittel behandelt und hat von der Organisation „Himmel der Liebe“ einen Rollstuhl bekommen. Dadurch ist sie etwas unabhängiger von ihrer Mutter und die Familienmitglieder können ihren Aufgaben nachgehen.

Im Oktober des Jahres 2021 und noch einmal im November musste Zayra ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie eine Lungenentzündung entwickelt hatte.

Bei den Hausbesuchen konnten die Projektmitarbeiter feststellen, dass das Mädchen weniger weint und mehr mit anderen Menschen, auch fremden Besuchern, interagiert. Sie lächelt und lacht häufiger, an guten Tagen antwortet sie auf Fragen. Wesentlich seltener als früher erschrickt sie oder zieht sich in sich selbst zurück.
Im Monat Dezember hat sie die Klasse der Früherziehung beendet und wurde in die Vorschule der Behinderteneinrichtung versetzt.