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Hilary Guadalupe Pineda

Hilary wurde im Oktober des Jahres 2010 geboren.

Sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und der Stiefschwester zusammen. Die Mutter ist arbeitslos, die Familie lebt vom Einkommen des Steifvaters. 
Bei ihr wurden eine psychomotorische Entwicklungsstörung und ein Hyperaktivitäts-syndrom diagnostiziert. Serguei legt Wert auf die Feststellung, dass das ein Zustand und keine Krankheit ist
Sie schielt. 

Im Februar 2018 wurde das Mädchen in das Gesundheitsprojekt aufgenommen und die Familie zum ersten Mal durch die Projektmitarbeiter kontaktiert.
Hilary erhält eine pharmakologische Behandlung, die aber bisher kaum einen positi-ven Einfluss auf ihr Verhalten hat. Sie ist sehr unsicher und baut kaum Kontakt zu anderen Kindern auf. Die Verhaltensstörungen behindern auch ihr Lernverhalten.

April 2018: Es wird mit dem Mädchen geübt, über einen längeren Zeitraum in Kontakt mit einer Bezugsperson zu treten. Diese Übungen haben dazu geführt, dass Hilary ein orientiertes Verhalten zeigt und ruhiger geworden ist. Sie geht zeitweise in die Schule.

Mai 2018: Es wird weiterhin mit dem Mädchen geübt, um ihre Unsicherheit zu besei-tigen. Inzwischen integriert sie sich unter Schwierigkeiten in die Klasse, arbeitet ge-ordneter und kann sich bis zu 10 Minuten konzentrieren.

Oktober 2018: Die psychologische Betreuung des Mädchens wir weitergeführt und hat das Ziel, ihr soziales Verhalten zu verbessern. Parallel dazu wurde mit ihrer Lehrerin gearbeitet; sie fordert und fördert sie jetzt stärker im Unterricht.

Mai 2019: Mit Hilary wird weiterhin mit einer Mischung aus Normensetzung und einem Belohnungssystem gearbeitet. Sie geht in die Regelschule; nur als sich ihr Zustand einmal verschlechtert hat, musste sie in der Behinderteneinrichtung bleiben. Wenn sie sich im Unterricht unruhig verhält und die Klassenkameraden stört, bekommt sie eine „Auszeit“, muss also für ein paar Minuten außerhalb der Stuhlreihe, z. B. neben dem Lehrer, sitzen.
Die Mutter und weitere Familienmitglieder setzen die pädagogischen Empfehlungen gut um.

August 2019: Wie in den vorherigen Monaten wird Hilary im Rahmen einer inklusiven Therapie behandelt.

In den Monaten April bis Juni wurde festgestellt, dass das Mädchen den Unterricht nur unregelmäßig besucht. Die Mutter hat sie aus der Schule genommen, da andere Eltern sich über Hilarys Verhalten beschwert haben. Das Mädchen trägt den „Makel“, aus der Behinderteneinrichtung zu kommen, deswegen muss mit den anderen Schülern in der Klasse eine Bildungs- und Aufklärungsarbeit begonnen werden.

In den ersten beiden Maiwochen wurde Hilary durch die Mitarbeiter des Projektes direkt betreut, unter Anwendung von Belohnung und Strafe, der Ampeltechnik und mit Training ihrer sozialen Fähigkeiten. Dadurch hat sich ihr Betragen in der Klasse deutlich verbessert, sie bittet um Erlaubnis, wenn sie aufstehen möchte, hält Ordnung auf ihrem Schreibtisch und macht ihre Aufgaben.

April 2020: Angesichts der COVID-19-Pandemie findet kaum noch Unterricht statt, Hilary geht nicht mehr in die Schule.

Sie wird von den Mitarbeitern des Projektes zu Hause und in der Behindertenschule betreut.
Ihr Verhalten hat sich verbessert. Die motorische Unsicherheit ist weniger geworden, sie befolgt einfache Anweisungen und zeigt ein sozialeres Verhalten: sie entschuldigt sich, wenn sie etwas falsch gemacht hat, und zeigt ihre Emotionen offener.

Sie fühlt sich mehr zu ihrem Stiefvater als zu ihrer Mutter hingezogen; die Mutter hat ihr gegenüber weniger Autorität.

 

August 2020: Der Schulbetrieb ist zur Normalität zurückgekehrt. Unter Beachtung der notwendigen Hygienemaßnahmen gehen Hilary und ihre Mitschüler wieder zum Unterricht.
Allerdings gibt es jetzt Probleme mit einigen Schulkameraden und auch Lehrern: sie glauben nicht, dass Hilary vollständig gesund und schulfähig ist.

November 2020: Hilary geht recht regelmäßig in die Schule „Miguel Angel Ortiz“, die wie viele Bildungseinrichtungen in San Marcos inklusiven Unterricht anbietet. Die Projektmitarbeiter machen unverändert Hausbesuche und führen mit ihr eine Verhaltenstherapie durch.

In der Vergangenheit war sie Opfer durch Mobbing seitens einiger Klassenkameraden, aber die Mehrzahl ihrer Mitschüler und die Lehrer haben Hilary jetzt so akzeptiert, wie sie ist. Sie hat in ihrer Klasse Freunde gefunden, die in der Pause auf sie aufpassen - ihre Lernsituation hat sich also insgesamt verbessert. Sie kann längere Zeit sitzend in ihrer Schulbank verbringen und macht Fortschritte entsprechend des Erziehungsplans.

Die Mutter von Hilary wurde in den vergangenen Wochen stärker in die Therapie und in den Schulunterricht eingebunden, sie arbeitet gut mit dem Team des Gesundheits-projektes zusammen; nur manchmal ist sie ein wenig zu streng mit ihrer Tochter.

Januar 2021: Hilarys Hyperaktivitätsstörung hat sich seit dem November 2020 stetig verbessert, ihre motorische Unruhe hat sich vermindert und sie genießt weiterhin eine inklusive Schulerziehung: Sie geht in die 3. Klasse der Schule Miguel Angel Ortez.

Als Teil der Therapie hat sie im Haushalt klar definierte Aufgaben wie Wäsche waschen und das Aufräumen ihres Zimmers.

Die Mutter von Hilary setzt die Empfehlungen des Psychologen Serguei gut um.

März 2021: Hilary hat in den Monaten Januar bis März dieses Jahres große Fort-schritte gemacht, da die Eltern viel mit ihr arbeiten und sie in ihrer Entwicklung bestärken. Es wird weiterhin mit der Symboltechnik gearbeitet. In der Familie werden Regeln für den Fall aufgestellt, dass negative Verhaltensweisen auftreten sollten.

Hilary bittet um Erlaubnis, wenn sie draußen spielen will, nimmt an den Gesprächen zwischen ihren Eltern und den Projektmitarbeitern teil, nimmt ihre Aufgaben im Haushalt wahr.

Eine Veränderung, die in den vergangenen Wochen auftrat und wurde, war dass sie im Bett ihrer Eltern schlafen wollte.

Aktuell besteht die einzige Schwierigkeit darin, dass sie im Klassenraum gelegentlich Phasen der Hyperaktivität hat. Serguei arbeitet mit den Lehrern, damit sie mit diesem Verhalten umgehen und es positiv beeinflussen können.