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Andrea Jaanai Flores Velásquez

Andrea wurde im März 2014 geboren, sie leidet an einer Hirnatrophie. Sie ist die zweite Tochter eines jungen Ehepaares.
Sie wurde im August 2017 in das Projekt aufgenommen und von Arlen sowie Serguei zum ersten Mal gesehen. Zu dieser Zeit konnte sie sich nicht allein aufsetzen und weinte viel. Allgemein war ihre Beweglichkeit stark eingeschränkt. Deswegen wurde mit ihr eine intensive Physiotherapie begonnen.

Oktober 2018: Andrea leidet - wie viele Nicaraguaner während der Regenzeit und wie vor allem viele Behinderte - an einer Infektion der Atemwege. Ihre Entwicklung hat sich dadurch wieder ein wenig verzögert: sie ist unsicher und weint viel. 

April 2019: Sie hat sich gut entwickelt: sie klettert selbstständig auf Möbel und räumt gelegentlich die Wohnung um. Sie sitzt aufrecht und isst allein. Derzeit lernt sie, das Besteck zu benutzen. Wegen der Muskelatrophie spricht sie aber nur wenig.
Da beide Elternteile arbeiten, haben sie wenig Zeit, Andrea konstant zu fördern. Die Mutter ist Krankenschwester und lernt von Arlen einfache physiotherapeutische Techniken.

August 2019: Andrea hat in der letzten Zeit wieder mehrere Infekte durchmachen müssen. Dennoch hat ihre Mutter sie einem Neurologen und einem Orthopäden vorgestellt. Im Ergebnis wurden ihr orthopädische Schuhe verschrieben, um ihre Haltungsschäden zu behandeln. So soll auch sichergestellt werden, dass die Deformität ihrer Füße sich nicht weiterentwickelt.
Dank der Therapie hat Andrea sich sehr schön weiterentwickelt. In den vergangenen zwei Monaten hat sie regelmäßig das Zentrum für Frühförderung besucht und so konnte ihre Muskelkraft in den Beinen gestärkt werden. So kann sie schon laufen, indem sie sich an Möbeln festhält. Wenn sie ein Ziel vor den Augen hat – wie den Fernsehapparat oder ihre Mutter – kann sie auch längere Strecken zurücklegen. Die Mutter erzählt, dass sie auch schon auf Möbelstücke klettern kann.
Was sich noch nicht entwickelt hat, ist ihre Sprache: Sie kann noch keine Worte formen, sondern brabbelt nur vor sich hin.

Oktober und November 2019: Der Zustand von Andrea Jaanai hat sich durch die physiotherapeutische und die psychologische Betreuung entscheidend verbessert. Sie kann inzwischen allein und ohne Hilfe stehen und laufen. Zu Hause ist sie wesentlich aktiver als vorher und läuft schon kurze Strecken unabhängig.

In der Behinderteneinrichtung wird mit ihr geübt, unter anderem das Treppensteigen. Das Ziel besteht darin, ihre Muskelkraft und Koordination zu stärken. 

Februar 2020: Andrea nimmt weiterhin am Unterricht in der Vorschule der Behinderteneinrichtung teil. Dort macht sie gute Fortschritte.

Probleme hat Andrea mit der Sprachentwicklung: weder zu Hause noch in der Schule spricht sie viel und hat Schwierigkeiten, Worte zu formen. Offensichtlich kann sie nicht richtig hören, deswegen wird sie bei einem HNO-Arzt vorgestellt.

Februar 2020: Um Andrea Jaanais Mobilität zu erhöhen und sie auf den Schulbesuch vorzubereiten, haben sich die Projektmitarbeiter mit ihrer Mutter beraten und gemeinsam haben sie beschlossen, das Kind mit einem Rollstuhl zu versorgen. Auf den Fotos ist zu sehen, wie eine Mitarbeiterin der nicaraguanischen Organisation "Cielo de Amor" Andreas Maße nimmt, um ihr einen solchen Rollstuhl anzupassen. 

 

 

 

Andrea Jaanai im Mai 2020

August 2020: Andrea Jaanai kann weder in die Schule gehen noch in der Behinderten-einrichtung betreut werden, da ihre Großmutter positiv auf COVID 19 getestet wurde. Andrea selbst hatte einen Infekt, Magenprobleme und eine Konjunktivitis. 
Dennoch wurde das Mädchen von den beiden Projektmitarbeitern betreut. Neben Hausbesuchen wurde ihre Mutter telefonisch und per Whatsapp angeleitet, mit ihrer Tochter weiterhin zu üben.

Inzwischen kann Andrea Jaanai mit Hilfe oder an einem Geländer bis zu 10 Schritte laufen; wenn sie sich an Möbeln und Wänden abstützen kann, bewegt sie sich durch das ganze Haus. Sie kann auf Stühle klettern und wieder heruntersteigen und trinkt selbständig. 

November 2020: Andrea hat in den vergangenen Monaten häufig Infekte und Durch-fälle gehabt. Es besteht keine akute Lebensgefahr für sie, aber natürlich ist ihre Familie deswegen sehr gestresst und besorgt.

Derzeit geht sie pandemiebedingt weder in die Schule noch in die Behinderten-einrichtung. Die Familie hat zwei Mitglieder durch COVID-Infektionen verloren, was ihre vorsichtige Haltung erklärt.

Dezember 2020: Das Mädchen macht visuelle Fortschritte: sie schaut gern fern und macht Spiele auf dem Handy. Mit Unterstützung eines ortsansässigen Vereins konnte ihr eine Gehhilfe verschafft werden. Die Projektmitarbeiter hoffen, dass ihre Entwick-lung dadurch weiter beschleunigt wird.

Januar 2021: Andrea hat sich Ende Dezember 2020 zu Hause den rechten Arm gebrochen, als sie beim Fernsehen mit dem Stuhl so sehr geschaukelt hat, dass sie schließlich umgefallen ist. Deswegen musste sie für vier Wochen einen Gips tragen.

Ihr Sprachentwicklung geht nur langsam voran, da sie während der Pandemie keine Termine beim HNO-Arzt bekommen konnte. Sie geht an zwei bis drei Tagen in der Woche in die Behindertenschule.

Abgesehen von dem Armbruch hat sich Andreas Mobilität verbessert: sie bewegt sich durch das ganze Haus, indem sie sich an Möbeln und Wänden festhält. Die Gehhilfe nutzt sie hauptsächlich auf der Straße.

Derzeit braucht Andrea orthopädische Schuhe, um ihre Standfestigkeit zu verbessern.


März 2021: Im Februar hatte Andrea eine Erkältung mit Fieber, die sie aber schnell überwinden konnte.

Seit Anfang März geht sie an zwei bis drei Tagen in der Woche in die Schule. Eine regelmäßige, tägliche Unter-richtsteilnahme ist nicht immer möglich, da die Mutter in Nachschichten oder 24-Stunden-Diensten in einer Betreuungseinrichtung für sozial gefährdete Jugend-liche arbeitet.
Die motorische Entwicklung von Andrea ist weiter fortgeschritten: sie kann mit und ohne fremde Hilfe besser laufen, sie kann länger als 30 Minuten stehen. Um das weiter zu verbessern, wird mit ihr im Vertikalisator geübt. Da sie sich nun unabhängiger bewegen kann, beginnt sie ihre Umwelt zu erkunden. Nach wie vor sieht sie gern fern, am liebsten Zeichentrickfilme.

Während Andreas Betreuung haben die Projekt-mitarbeiter festgestellt, dass bei ihr offensichtlich eine leichte Schwerhörigkeit besteht; es wurde eine HNO-ärztliche Untersuchung veranlasst.