Deutsche Tage

"Wo liegt Deutschland? Spricht man dort Englisch? Welche Fächer belegen die deutschen Schüler?..."

Viele nicaraguanische Schüler sind neugierig auf unser Land und möchten mehr darüber erfahren. Darum werden jedes Jahr die "Deutschen Tage" in den Partnerschulen in San Marcos veranstaltet. Die Freiwilligen vor Ort bereiten eine Kulturveranstaltung für Schüler vor, indem sie einen Aspekt unserer deutschen Gesellschaft genauer erläutern. Dieses Projekt hat in unserer Partnerorganisation schon lange Tradition.

Die Idee, in Schulen in San Marcos "Deutsche Tage" zu organisieren, stammt von einer Gruppe von Freiwilligen des Eine-Welt-Hauses im Jahr 2003. Susanne Brenner, Brunhilde Stötzner, Hug Aubin und Felix Platzer waren die ersten, die "Colruladen in der Trockenzone" kochten.
Hier ist ihr Bericht.

Video über die Deutschen Tage 2015: https://www.youtube.com/watch?v=y9de2ASNRwI

Bericht über die Deutschen Tage 2014

Vom 22. bis 25. Juli führten wir Jenaer Freiwilligen zusammen die Projektwoche “Deutsche Tage” in den vier hiesigen Schulen durch, die Partnerschulen in Jena haben: dem Instituto Juan XXIII, der Escuela San Marcos und der Escuela Mateo XXV in San Marcos sowie dem Colegio Corazón de Jesús in Dulce Nombre. Als Thema suchten wir die vier Jahreszeiten in Deutschland aus und gingen dabei jeweils auf ein Thema ein, das mit dieser Jahreszeit verbunden ist. Wir fingen dabei mit dem Herbst an, wobei wir auf den Tag der deutschen Einheit eingingen, und machten mit den Weihnachtsbräuchen weiter. Im Frühling stellten wir einige deutsche Traditionen zu Ostern vor und im Sommer redeten wir über die Fußball-WM und insbesondere die deutsche Nationalmannschaft.

Damit sich die Schüler auch einen Eindruck von der deutschen Küche verschaffen konnten, bereiteten wir zusätzlich Kartoffelsalat, Frikadellen und Weihnachtspunsch vor. Dafür erledigten wir am 21. Juli die Einkäufe im Palí und auf dem Markt in Jinotepe, wobei wir tatkräftige Unterstützung vom Schulpartnerschaftsprojekt bekamen. Das CDIin San Marcos stellte uns seine Küche zur Verfügung, um am Morgen das Essen für den jeweiligen Tag zu kochen. Am Nachmittag führten wir dann die Veranstaltung in den Schulen durch. Nur an einem Abend kochten wir das Essen für den nächsten Tag, weil wir schon am Morgen in Dulce Nombre sein mussten.

Die Themen stellten wir mithilfe einer Powerpoint-Präsentation vor, die wir an die Wand strahlten. Außerdem führten wir mit den Schülern Bastelarbeiten wie Schneeflocken-Scherenschnitte und das Verzieren von Ostereiern durch. Zum Thema Ostern versteckten wir auch kleine mit Süßigkeiten gefüllte Osterkörbchen auf dem Schul-gelände, die die Schüler suchen mussten. Um den Tag der deutschen Einheit und ein ganzes Stück Geschichte anschaulicher zu gestalten, teilten wir den Klassenraum in zwei Hälften (Westdeutschland, Ostdeutschland) und jede Gruppe hatte Informationen und Bilder über ihren Teil Deutschlands zur Verfügung, die der anderen Gruppe vorgestellt werden mussten. 
Zum Thema Fußball-WM führten wir ein Quiz zur deutschen Nationalmannschaft und dann ein echtes kleines Fußballturnier durch.

Insgesamt ging alles gut, bis auf ein paar technische Schwierigkeiten aufgrund eines Stromausfalls in der Escuela San Marcos. Außerdem gab es ein kleines Problem der Absprache, was den Schlüssel für die Küche im CDI anging, aber am Ende konnte alles gelöst werden. Wir haben den Eindruck, dass es den Schülern viel Spaß gemacht hat, besonders die Einheit zur Fußball-WM. Leider mussten wir feststellen, dass die meisten Schüler wenig Interesse am Bearbeiten der Texte zum Thema DDR/BRD hatten. Nur in Dulce Nombre konnten die Schüler die Informationen prägnant zusammenfassen und präsentieren. Das deutsche Essen, das wir vorbereitet hatten, wurde von allen probiert, schmeckte jedoch den meisten nicht besonders. Wir denken, dass wir als Team sehr gut zusammen-gearbeitet haben. Unsere Aufgaben haben wir aufgeteilt und uns immer gut abgesprochen.

Johanna Hemberger