Häufig gestellte Fragen:

Wie lange dauert eine Patenschaft?

Das ist die Entscheidung der Pateneltern und hängt auch von den schulischen Leistungen des Patenkindes ab.

Die Grundschule dauert sechs Jahre, die Oberschule fünf Jahre. Hat Ihr Patenkind das Abitur abgelegt, kann ein Studium begonnen werden, wobei wir nur das Studium an einer staatlichen Universität befürworten.
Das Ziel kann aber auch darin bestehen, einem Kind nach Beendigung der 9. oder 10. Klasse eine Fachschulausbildung zu ermöglichen. Ebenso wichtig für das Land - und nicht so leistungsstarke Jugendliche - ist eine Lehre oder eine solide Facharbeiterausbildung.

Wir bitten Sie darum, die Patenschaft bis mindestens zum Ende der Schulzeit (also bis zur 11. Klasse) aufrecht zu erhalten.

Falls Sie - aus welchen Gründen auch immer - die Patenschaft übernommen haben, aber vorzeitig beenden möchten oder müssen, informieren Sie uns bitte rechtzeitig darüber, damit wir in diesem Falle neue Paten suchen können.

Gibt es einen Patenschaftsvertrag?

Ja. Er wird auf Spanisch verfasst. Ein Muster des Patenschaftsvertrages auf Deutsch finden Sie hier.

Im Vertrag sind die Pflichten des Patenkindes und der beteiligten Vereine formuliert. Deswegen wird er vom Patenkind (bzw. dessen Erziehungsberechtigten), der Geschäftsführerin von APRODIM und der/dem Verantwortlichen im Eine-Welt-Haus unterschrieben.
Von den Stipendiaten wird verlangt, dass sie die Schule bzw. Universität regelmäßig besuchen und monatlich im APRODIM-Büro über ihren Ausbildungsstand berichten. Zwei Mal jährlich werden die Zeugnisse an die Pateneltern übersandt.

Sie als Pateneltern haben in der Patenschaft keine Pflichten, die wir in einen Vertrag schreiben könnten. Ihre Spende leisten Sie freiwillig und darüber hinaus gehen Sie lediglich eine moralische Verpflichtung ein, die begonnene Unterstützung Ihres Patenkindes fortzuführen. Deshalb senden wir Ihnen, sofern Sie das möchten, ein unterschriebenes Original des Vertrages für Ihre Unterlagen zu. Gegenzeichnen müssen Sie ihn nicht.

Wie nehme ich Kontakt zum Eine-Welt-Haus auf?

Am einfachsten per E-Mail: patenschaften@einewelt-jena.de

So erreichen Sie alle Verantwortlichen für das Patenschaftsprogramm.Sofern Sie es wünschen, können wir auch persönliche Treffen vereinbaren.

Einmal im Jahr laden wir alle Pateneltern zu einer Informationsveranstaltung in Jena ein.

Was geschieht mit meiner Spende?

Das jährliche Stipendium für Grund- und Oberschüler beträgt 200,00 Euro/Jahr. Während des letzten Jahres der Oberschulausbildung werden die Abiturienten bei der Berufswahl beraten und unterstützt. In der Berufsausbildung können Kosten zwischen 250,00 und 300,00 Euro/Jahr (berufliche Ausbildung) bzw. bis zu 400,00 Euro/Jahr (Univer­sitätsstudium) anfallen.
Das Patenkind erhält die im Vertrag festgelegten Zahlungen monatlich bzw. die materielle Unterstützung (Schulmaterialien, Schuluniform usw.) zwei Mal im Jahr.

Durch zusätzliche Spenden vieler Pateneltern haben wir die Möglichkeit, in San Marcos Strukturen aufzubauen, die eine verant-wortungsvolle und qualitativ gute Betreuung der Patenkinder ermöglichen. Dazu gehören u. a. folgende Ausgaben:

  • die Bezahlung einer Sozialarbeiterin (Carmen Hernandez) und eines Sozialarbeiters (Cesar Sandoval), die die Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien betreuen, das Patenschaftsprogramm in San Marcos organisieren, uns monatliche Berichte schicken, Ihre Fragen beantworten und vieles mehr;
  • Fahrtkosten, Informationsveranstaltungen mit den Patenkindern;
  • ein Sozialfonds, aus dem Schüler oder Studenten in Notfällen kurzfristig unterstützt werden können - auch wenn sie nicht im Patenprogramm sind;
  • Nachhilfeunterricht; Berufsorientierung für die Abiturienten;
  • Bildungsprogramme zu verschiedenen Themen und aktuellen Problemen.

Sie können die Belege für alle diese Ausgaben bei uns einsehen. Bitte bedenken Sie bei Ihrer Spende, dass bei diesem wie bei allen anderen Projekten 10% Verwaltungskosten (6% für APRODIM, 4% für das Eine-Welt-Haus) anfallen. Sie können das Funktionieren der beteiligten Vereine sicherstellen, indem Sie Ihre Spende entsprechend aufrunden.

Kann ich Kontakt zu meinem Patenkind aufnehmen?

Ja, natürlich gern!
Für die meisten Patenkinder und ihre Familien ist es neben der materiellen Unterstützung sehr wichtig, mit den Paten in Kontakt zu bleiben. Deswegen freuen sie sich auch über einen regen Briefkontakt.
Uns als Verein liegt viel daran, mit diesem wie den anderen Projekten den Austausch, das Kennenlernen und - im besten Falle - die beiderseitige Weiterentwicklung zu befördern.

Für Briefe an und von Ihren Patenkindern haben wir die E-Mail-Adresse patenschaften@einewelt-jena.de eingerichtet. Wir leiten Ihre Briefe weiter.

Sofern Sie Spanisch sprechen, können Sie Ihrem Patenkind direkt schreiben. Ansonsten werden die Briefe von uns übersetzt.

Kann ich mein Patenkind besuchen?

 

Ja, natürlich.

Die Anschrift Ihres Patenkindes und des Partnerschaftsvereins APRODIM in San Marcos finden Sie in Ihrem Patenschaftsvertrag.

Sofern Sie kein Spanisch sprechen und/oder nicht allein nach Nicaragua reisen möchten, können Sie an einer von unserem Verein organisierten Patenelternreise teilnehmen, die in unregelmäßigen Abständen stattfinden.

Kann ich meinem Patenkind z. B. zum Geburtstag ein Geschenk schicken?

Im Prinzip ja. Allerdings ist der Postversand teuer.

Die Privatanschriften Ihrer Patenkinder sind keine Zustelladressen.

Sinnvoller ist es, wenn Sie uns mitteilen, was Sie Ihrem Patenkind für welchen Betrag schenken wollen. Sie überweisen uns diesen Betrag und wir kümmern uns um den Transfer des Geldes nach San Marcos. Dort kaufen die nicaraguanischen Projektverantwortlichen das Geschenk. Sie erhalten von uns die Kaufquittung. So ist sichergestellt, dass sinnvolle Geschenke gekauft werden und Sie fördern damit Produktion sowie Handel in Nicaragua.
Viele Pateneltern wollen ihren Patenkindern Schokolade schicken oder schenken. Lesen Sie dazu bitte unsere Empfehlung.

Bedenken Sie bitte, dass wir Ihnen, wenn Sie Ihrem Patenkind Geld in einem Brief schicken, weder über die Verwendung des Geldes Rechenschaft ablegen noch eine Spendenbescheinigung ausstellen können.

Ist das Patenschaftsprogramm gerecht?

Leider nein. Wie bei allen entwicklungspolitischen Aktivitäten gibt es Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten: wenn wir z. B. in einem Dorf bei San Marcos die Bevölkerung beim Bau einer ökologischen Trinkwasserversorgung unterstützen, sollten wir im Hinterkopf haben, dass zur gleichen Zeit Menschen in Afrika verdursten. Und wenn Sie einen Schüler als Patenkind annehmen, gehen andere leer aus.

Wir versuchen, diese Ungerechtigkeiten dadurch zu minimieren, dass nur diejenigen Kinder eine Patenschaft bekommen, die aus armen, bedürftigen Familien stammen. Zusätzlich gibt es positive Auswirkungen des Projektes dadurch, dass innerhalb der Familie durch die Unterstützung für ein Kind Mittel für die anderen Geschwister frei werden. Dadurch, dass mit Ihren Spenden Schulmaterialien, Kleidung, Geschenke, Schokolade gekauft werden, werden Wirtschaft und Handel in Nicaragua unterstützt.

Und nicht zuletzt bieten wir Ihnen im Patenschaftsprogramm, aber auch in anderen Projekten die Möglichkeit, mit uns gemeinsam an der Beseitigung globaler Ungerechtigkeiten zu arbeiten.

Fördert das Patenschaftsprogramm nur sehr gute Schüler und Studenten?

Nein. Auch wenn der Wunsch vieler nicaraguanischer Patenkinder und deren Eltern – wie auch vieler Pateneltern – verständlich ist, dass die Stipendiaten ein Universitätsstudium absolvieren. Nicht alle Jugendlichen sind dafür geeignet und wer die Voraussetzungen dafür nicht mitbringt, für den bedeuten die Anforderungen in der Hochschule unnötigen Stress. Außerdem haben wir gelernt, dass die nicaraguanische Wirtschaft und Gesellschaft gut ausgebildete Handwerker ebenso braucht wie Rechtsanwälte und Ärzte.

Deswegen möchten wir Sie, die eine Patenschaft übernehmen möchten oder schon haben, darauf vorbereiten, dass es kein Scheitern bedeutet, wenn ein Jugendlicher die Oberschule nach dem 3. Jahr verlässt und eine Fachschulausbildung als Solartechniker oder Kfz-Mechaniker beginnt.

Um auch Schülern mit Lernschwierigkeiten eine Perspektive zu geben, können wir im Patenschaftsprogramm einen Nachhilfeunterricht anbieten. Dieser wird vor allem ermöglicht durch eine langjährige Unterstützung durch den mit uns befreundeten Berliner Verein "Solentiname in Berlin e. V."

Lesen Sie hier einen Bericht eines Jugendlichen aus San Marcos über seine Erfahrungen als Nachhilfelehrer.

Kann ich sonst noch etwas tun?

Indem Sie ein Kind oder einen Jugendlichen in Nicaragua bei seiner Ausbildung unterstützen, haben Sie schon sehr viel geleistet. Sie können aber noch etwas tun:


- Eine zusätzliche Hilfe für die Patenkinder ist dadurch möglich, dass Sie einen weiterführenden Kurs, einen Sprachkurs finanzieren oder ihr/ihm Geld für Bücher zur Verfügung stellen.
- Da die Schüler auf dem Land einen schlechteren Zugang zum Internet haben, spendet eine Reihe von Pateneltern Geld für den Besuch eines öffentlichen Internetcafés.
- Auch eine Unterstützung für die Familie des Patenkindes ist möglich. Da arme Familien meist mit Holz kochen, kann der Kauf eines verbesserten Herdes sowohl die finanzielle Situation der Familie entschärfen als auch dem Klimawandel entgegenwirken.
- In San Marcos gibt es eine Behinderteneinrichtung, in der auch Patenkinder, vor allem aber viele Patienten unseres Gesundheitsprojektes betreut werden.Wir freuen uns sehr, dass Christiane Weber aus Weimar, die schon einige Patenkinder begleitet hat, im Jahr 2018 mit einer Geburtstagsspende die technische Ausrüstung dieser Behindertenschule verbessert hat.

Falls Sie keine Patenschaft für ein Kind übernehmen möchten oder können

und sich mit Ihrer Spende also nicht längerfristig binden wollen, können Sie auch einen Betrag Ihrer Wahl für den Sozial- oder Ausbildungsfonds spenden. Damit können wir im Patenprojekt kurzfristig auf Notfälle reagieren und unser Projektpartner APRODIM kann in Nicaragua Einzelfallhilfe schnell und unkompliziert zur Verfügung stellen.

 
Unsere Bankverbindung lautet:
Eine-Welt-Haus e.V.
IBAN: DE96 8305 3030 0000 0306 00
Stichwort: Sozialfonds bzw. Ausbildungsfonds