Anita Anacia García Salazar

Anita Anacia García Salazar wurde am 30. Dezember 1961 in San Marcos geboren. Derzeit lebt sie mit ihrer Mutter zusammen, die 78 Jahre alt ist und die von ihr gepflegt wird. Anita hat vier Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihr leben. Nur der jüngste Sohn, der noch nicht verheiratet ist, lebt noch in ihrer Nähe.

Doña Anita erzählt, dass das Leben hart zu ihr gewesen ist und dass sie niemanden hat, der sie unterstützen könnte. Aber obwohl das alles sehr schwer gewesen ist, hat sie ihr Geschäft immer aufrecht erhalten.

Anfangs hat sie Modeartikel und Kosmetik aus dem Katalog verkauft. Aber aufgrund der sozioökonomischen Krise im Jahr 2018 ist diese Art von Handel stark zurückgegangen. Deswegen hat Anita sich dazu entschlossen, Tortillas aus Mais herzustellen. Dieses Geschäft betreibt sie inzwischen seit einigen Monaten und es läuft gut, auch weil sie ihren Verkaufsstand in einem Laden hat, der auch verschiedene Käsesorten und andere Milchprodukte anbietet. 

Sie erzählt, dass sie APRODIM und der Kooperative sehr dankbar ist. Sie hat durch das Frauenprojekt PROFIMESAMA nicht nur drei Kredite erhalten, sondern bekam auch eine wirtschaftliche Beratung. Der erste Kredit betrug $100.00, später trat sie der Kooperative bei, von der sie bereits das fünfte Darlehen erhalten hat, das letzte über $800.00

Mit der Hilfe der Kooperative konnte sie ihr Geschäft aufrecht erhalten, weil die Zinsen niedrig sind und die Zahlungsmodalitäten sie wirtschaftlich nicht beeinträchtigen. Vor allem aber weiß sie das Vertrauen zu schätzen, das man ihr seitens der Organisation entgegenbringt, denn die Sicherheiten, die sie hinterlegen musste, sind eher symbolisch; sie entsprechen nicht der Höhe des Kredites, wie es bei den Banken üblich ist.

Ihr kleines Unternehmen finden wir unter der Adresse “von der katholischen Kirche drei Blöcke nach Westen, neben dem Supermarkt Palí“.

Auxiliadora Carmen Molina Mojica

Doña Auxiliadora del Carmen Molina Mojica stammt aus der Gemeinde San Pedro los Molinas der Stadt San Marcos, sie ist 54 Jahre alt. Auxiliadora hat 10 Kinder großgezogen, die alle noch am Leben sind; das jüngste ist 21 Jahre alt. Sie erzählt, dass sie schon als kleines Kind gern auf dem Feld und im Haushalt gearbeitet hat, sehr früh musste sie Verantwortung für ihre kleineren Geschwister übernehmen. Weil sie in jungen Jahren Mutter wurde, konnte sie ihre Schulbildung nicht fortsetzen. Sie legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass sie mit großen Anstrengungen und mit allem, was sie hatte, ihre Kinder vorangebracht und sie zu arbeitsamen Menschen gemacht hat.

In einem der vielen Projekte, die APRODIM ausführt, bildete sie eine Frauengruppe, mit der zusammen sie eine kleine Bäckerei gründete. In ihrer Gemeinde wäre es sehr schwierig gewesen, das ohne externe Hilfe zu schaffen, deswegen ergriff sie die Möglichkeit, in das Projekt einzutreten und einen Kredit über $2.000 aufzunehmen. Da eine der Frauen, die Mitglied in der Gruppe war, überraschend verstarb, blieb Auxiliadora praktisch als alleinige Kreditnehmerin zurück, hat das Darlehen aber vollständig beglichen. Die Maschinen und der Betrieb, die die Frauen mit dem Kredit gründeten, blieben so in ihrer Verantwortung. Derzeit gehört sie zur Kooperative CACSAM, die mit den im Projekt PROFIMESAMA erwirtschafteten Finanzmitteln gegründet worden ist. Inzwischen hat sie zwei weitere Kredite bekommen, mit denen sie das Gebäude, in dem sie Brot und Backwaren für die kleine Gemeinde herstellt, renoviert hat. Hier verkauft sie auch Nacatamales, ein nicaraguanisches Nationalgericht. 

Aufgrund der aktuellen Situation in Nicaragua in den Jahren 2018 und 2019 ist es schwierig, Geld von anderen Mikrofinanzorganisationen zu bekommen. Sie ist dankbar dafür, Mitglied der Kooperative sein zu können, die mit Krediten von durchschnittlich $300 die lokale Wirtschaft unterstützt.

Derzeit arbeitet sie mit ihren jüngeren Kindern in der Bäckerei zusammen, die ihr auch beim Verkauf helfen. Ihr Traum ist es, ihre Bäckerei weiter zu verbessern und auch Erfrischungsgetränke anbieten zu können – neben ihrem Brot, das sie weiterhin direkt aus dem Ofen an ihre Kunden verkauft.

Jannethe Areas Soto

Señora Luisa Jannethe Áreas Soto stammt aus San Marcos, Carazo, sie ist seit 21 Jahren Eigentümerin des Schreibwaren-geschäftes SERVIDOC. Sie eröffnete den Laden, um ihre Familie ernähren und gleichzeitig auf ihre damals knapp einjährige Tochter aufpassen zu können. Zu dieser Zeit gab es in San Marcos noch keinen Laden, der Schreibwaren anbot, so mussten die Einwohner in eine nahegelegene Stadt fahren, um diese Produkte einkaufen zu können. Mit der Zeit verbesserte sie ihr Geschäft, wozu sie Kredite bei einer Bank aufnahm. Danach, erzählt sie, begann sie von Anbeginn mit dem Ausbildungsprojekt von APRODIM zu arbeiten. Seitdem versorgt sie dieses und alle anderen Projekte des Vereins mit allen notwendigen Büromaterialien.

Dann begann APRODIM das Projekt Profimesama. Dieses widmete sich Frauen, die lernen wollten, ein Geschäft zu beginnen oder die Kapital für ihr Unternehmen brauchten. Frau Áreas trat dem Projekt bei, integrierte sich in eine der Solidargruppen und erhielt ein Darlehen von 5.000,00 Córdobas (141,00 €). Sie erzählt, dass sie inzwischen sechs Kredite bekommen hat, die ihr aufgrund der niedrigen Zinsen und der kaufmännischen Beratung durch die Projektmitarbeiter dabei geholfen haben, ihr Unternehmen zu kapitalisieren und eine enge Beziehung mit der Organisation aufrecht zu erhalten.

Als das Projekt Profimesama zu Ende ging, wurde eine Kooperative gegründet, in der Señora Luisa Áreas Mitglied wurde. Ihr Schreibwarenladen erlaubt es ihr, ihre Familie zu ernähren. Inzwischen arbeitet sie nicht nur mit APRODIM zusammen, sondern versorgt auch Schulen in San Marcos mit Büromaterial, daneben auch Projekte wie Vision Mundial und die Stadtverwaltung.

Aktuell ist Frau Luisa Jannethe Áreas die Vizepräsidentin der Kooperative und wird für ihre offene und unterstützende Art sehr geschätzt. Ihr Schreibwarenladen ist stadtbekannt und ein wichtiger Treffpunkt vor allem für die Frauen der Stadt.

Carlos Remigio Aguirre

Carlos ist Gründungsmitglied der Kooperative und einer der wenigen Männer, die derzeit Kredite bekommen. Als die Kooperative gegründet wurde, ist Carlos in den Vorstand gewählt worden. Als der Vorstand nach drei Jahren neu gewählt wurde, wechselte er in eine neue Funktion, er ist jetzt Koordinator der Kommission für Bildungsarbeit und Förderung des Genossenschafts-wesens.

Von der Kooperative hat Carlos insgesamt fünf Kredite über insgesamt 12.000,00 Cordoba (entsprechend 351,00 Euro) über Laufzeiten von maximal 10 Monaten erhalten. Damit konnte er sein Geschäft aufrecht erhalten. 

Der Betrieb von Carlos Aguirre trägt den Namen (cajetas nicas = nicaraguanische Milchkonfitüre);  cajetas sind eine in ganz Nicaragua beliebte Süßigkeit. Natürlich sind die Produkte von Carlos in ganz San Marcos bekannt, er hat auch schon an Messen auf nationaler Ebene teilgenommen.

Aufgrund der politischen Krise in Nicaragua im Jahr 2018 sind die Verkäufe zurückgegangen, dennoch hat Carlos seinen Betrieb aufrecht erhalten. Er stellt verschiedene Süßigkeiten entsprechend der Jahreszeit her, wie z. B. Motajatol – wofür Obstsorten verwendet werden, die während der Trockenzeit auf extrem trockenen Böden wachsen. Motajatol und Almibar, wofür u. a. Kokos und Papaya verwendet werden, sind typische Speisen der Osterzeit. 

Carlos verkauft seine Produkte auch an Nicaraguaner, die im Ausland leben und während ihrer Besuche in San Marcos gern diese Süßigkeiten aus ihrer Kindheit essen und Kostproben davon mit in ihre neue Heimat nehmen
Pro Jahr stellt Carlos mindestens 1.000 Portionen von cajetas unterschiedlicher Geschmacksrichtungen her, wobei der Verkauf um die Weihnachtszeit am besten läuft.

Mit der Unterstützung durch die Kooperative und die Kredite kann Carlos die Produktion auch in schwierigen Zeiten aufrecht erhalten, weil die Zinsen niedrig sind und das Geld so flexibel zurückgezahlt werden kann, wie es ausgezahlt wird. Wichtig ist ihm vor allem aber das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wird – die Garantien, die seitens der Kooperative gefordert werden, sind eher symbolischer Natur und bringen nicht die Gefahr mit sich, dass sein Betrieb einen totalen Kapitalverlust erleidet.

Carlos wünscht sich, in Zukunft ein eigenes Haus zu haben, denn derzeit wohnt er in einem gemieteten Gebäude, weshalb er nicht in einen besseren Herd investieren kann.

Dieses kleine Geschäft finden wir in San Marcos, Carazao, im Stadtteil Guillermo Salazar, von der katholischen Kirche drei Blöcke nach Süden.

Carmen Alemán

Carmen Córdoba Alemán ist 55 alt und lebt im Stadtteil Los Campos. Vorher hat sie im Stadtviertel COVISAMA I. Etappe gewohnt, aber sie hat sich dazu entschlossen, ihr Haus zu vermieten und in eine andere Gegend zu ziehen. Der Lärm, den es in der Nachbarschaft gab, hat ihr ziemlich viel Stress gemacht und außerdem konnte sie auf dem Hof ihres alten Hauses keine Tiere halten. Deswegen ist sie von dort weggezogen. Aktuell lebt sie mit ihrem Ehemann zusammen, der ihr in ihrem Geschäft hilft.

Mit ihrem Mann hat sie drei Kinder, die ihre Ausbildung schon abgeschlossen haben – was sie als großen Erfolg ansieht. Sie sagt, dass Gott ihr die Kinder gesund geschickt hat und dass sie ihm dafür dankt. Die Unterstützung, die sie von ihrer Familie bekommt, ist sehr wichtig für sie, weil sie dadurch animiert wird, weiter voranzukommen.

Sie hatte die Gelegenheit, Menschen kennenzulernen, die sie zu einer Organisation brachten, die APRODIM heißt und die das Projekt PROFIMESAMA durchführte. Dort bekam sie ihren ersten Kredit über 1.500,00 Córdobas (umgerechnet 43,00 €), insgesamt hat sie in der Projektlaufzeit vier Darlehen bekommen, wofür sie sehr dankbar ist. So konnte sie ihr Geschäft entwickeln – damals verkaufte sie Hamburger, Hot Dogs und Getränke aus einem Handwagen auf dem alten Markt von San Marcos. Derzeit ist sie Mitglied der Kooperative CACSAM R. L.. Dank ihrer Ausdauer in ihrem Geschäft hat sie es geschafft, dass die Stadtverwaltung ihr einen Verkaufsstand auf dem neuen Markt zuwies. Dort hat sie ein kleines Häuschen und ihr Geschäft ist so gewachsen, dass sie jetzt nicht nur Hamburger anbietet, sondern auch Reis und Bohnen, Sauermilch, Kaffe und Mittagessen und andere Produkte wie Eier und Süßigkeiten. Zur Zeit hat sie einen Kredit über 18.000,00 Córdobas (507,00 €); das ist bereits ihr fünfter Kredit.

Sie sagt, dass sie der Organisation sehr dankbar ist und dass sie hofft, auch weiterhin Darlehen bekommen wird, damit sie ihr Geschäft weiter entwickeln kann.

Mit Ihrer Spende an das Eine-Welt-Haus Jena - die wir nach San Marcos weiterleiten - helfen Sie dabei, den Kapitalstock der Kooperative zu erhöhen. So können mehr und höhere Kredite ausgegeben werden und die Wirtschaft in Nicaragua wird gestärkt.

Spenden sind auch über die Plattform betterplace möglich: https://www.betterplace.org/de/projects/6992?utm_campaign=user_share&utm_medium=ppp_content_header&utm_source=Email