Nachhaltige Schulen

Die verschiedenen Gruppen lernen sich kennen.

 

escuelas sostenibles“ – „Nachhaltige Schulen“,

 

das ist der ambitionierte Titel unseres neuen Projektes zur Umweltbildung im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen vier Jenaer Schulen (Lobdeburg-Schule, Kaleidoskop-Schule, Jenaplan-Schule und IGS Grete Unrein) und ihren Partnerschulen in San Marcos/Nicaragua. Die Schüler der fünf Schulen in San Marcos beschäftigen sich intensiv mit ihrer Umwelt und den ihr durch Verschmutzung beigebrachten Schäden. Daraus sollen Ideen für fünf grüne Schulkooperativen entstehen, die bis Ende 2019 gegründet werden.

Neben der Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Umwelt werden die Schüler im Laufe des Projektes unternehmerisches Geschick erwerben. Außerdem erhalten die Schulpartnerschaftsgruppen in San Marcos dadurch eine offiziellere Organisationsform und können somit einfacher gegenüber öffentlichen Institutionen auftreten. Das Vorbild dafür bildet die Schülerfirma der Jenaplan-Schule Jena – eine der Partnerschulen auf deutscher Seite.

Es ist uns bewusst, dass die Umweltverschmutzung durch den Menschen ein globales Problem ist, für das insbesondere auch unser europäischer Lebensstil verantwortlich ist. Daher finden parallel zu der neuen Projektkomponente in Nicaragua Bildungsaktivitäten mit deutschen Schülern statt. In diesem Rahmen soll im kommenden Jahr ein Schulwettbewerb zu dem Thema Abfallvermeidung und -verarbeitung stattfinden.

Kunsthandwerk aus Plastetüten

In den vergangenen Monaten haben Schüler der weiterführenden Schule „Instituto Corazón de Jesús“, welche sich im ländlich gelegenen Dorf Dulce Nombre befindet, des „Instituto Juan XXIII“, einer weiterführenden Schule im Herzen der Stadt San Marcos, der Grund- und weiterführende Schule „escuela San Marcos“, der Grundschule „Fundación Mateo XXV“ und der Grund- und weiterführenden Schule „Luis Alberto García“, welche ebenfalls außerhalb der Stadt liegt, an Seminaren und Workshops mit Fachleuten zu vielfältigen Themen teilgenommen. So lernten sie u. a., welche Auswirkungen die Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle hat, wie man Schmuck aus Pflanzensamen herstellt oder schicke Taschen und Beutel aus alten Plastiktüten häkelt. Die Rohstoffe für diese Handarbeiten wurden natürlich selbst besorgt – aus der eigenen Umwelt. Die Veranstaltungen waren so ausgerichtet, dass die Teilnehmenden nach Erlangen eines allgemeinen Bewusstseins für die Problematik konkrete Handlungsmöglichkeiten erlernten und diese mit unternehmerischen Ideen zusammenbrachten. Themen waren hierbei: Umweltverschmutzung und ihre Folgen, Upcycling, Kooperativen und Unternehmertum. Manche dieser Seminare fanden schulübergreifend statt, um den Austausch zwischen den Gruppen zu stärken und Ressourcen optimal einzusetzen. Außerdem wurden gezielt Erfahrungsaustausche organisiert.

Des Weiteren wurden im Rahmen des Projektes Komposte angelegt, Putzmaterialien und Werkzeuge gekauft, Wandzeitungen gestaltet um weitere Schüler über das Projekt zu informieren und Radioprogramme in einem lokalen Radiosender ausgestrahlt.

Workshop mit Schülern der Schule Luis Alberto García
Weiterbildung mit Vertretern aller Schülergruppen

Aus diesen Aktivitäten sind bereits Ideen erwachsen und jede Schule hat einen eigenen Unternehmensplan erarbeitet. Ein stetiger Austausch zwischen den Schülern der verschiedenen Gruppen fördert hierbei die Kreativität und motiviert.

Für eine pädagogische Begleitung des Projektes wurde eine neue Stelle geschaffen, welche aktuell durch unsere ehemalige Süd-Nord-weltwärts-Freiwillige Yaoscar Natalie Sánchez Machado besetzt wird. Die Aktivitäten werden vor allem mit dem Schulpartnerschaftsprojekt, jedoch auch mit dem Wiederaufforstungs- und dem Ausbildungspatenschaftsprojekt von APRODIM abgestimmt. Für alle Veranstaltungen liegt das Einverständnis der Schuldirektoren und der Schulbehörde vor.

Im Moment (Dezember 2018) bereiten sich die Schüler voll auf den Schulkooperativen-Markt zum Jahresende in San Marcos vor, wo die Schulkooperativen ihre Produkte vorstellen und mit der Vermarktung ihrer eigenen Arbeiten beginnen werden. Die Anlaufphase des Projektes von 2018 bis 2019 wurde aus dem Kleinprojektefonds der Stiftung Nord-Süd-Brücken, dem Entwicklungshilfefonds der Stadt Jena sowie Spendengeldern aus Deutschland finanziert. Künftig sollen die Einnahmen der Schulkooperativen sozialen Projekten in den Bildungseinrichtungen und dem Austausch zwischen den nicaraguanischen Schulen zugutekommen.

 

          Theresa Wittrien, Ole Breither - Projektverantwortliche

Wiederaufforstung an der Schule Mateo XXV