Unsere Projekte in Togo

Das nur 56.785 km² große Togo gehört zu den kleinsten und am dichtesten besiedelten Staaten Westafrikas. Es liegt zwischen Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Laut  Bericht über die menschliche Entwicklung des Jahres 2010 nimmt es den 139. Platz von 169 bewerteten Ländern ein und gehört damit zu den Ländern mit "niedriger menschlicher Entwicklung".

Der Arbeitskreis Mosambik des Eine-Welt-Haus Jena hat seine Aktivitäten seit 2008 auf Togo ausgeweitet.

Unsere Kontakte nach Togo begannen mit einem jungen Arzt, der von 2005-2008 an der medizinischen Fakultät der Friedrich–Schiller-Universität Jena die klinischen Semester absolvierte.

In diesem afrikanischen Land unterstützen wir Projekte in zwei Dörfern.

 

Arbeitskreis „Togo"

Projektverantwortliche: Dr. Dorothea Appenroth

Bankverbindung  

Kontoinhaber: Eine-Welt-Haus e.V.

IBAN: DE 96 830 530 30 00000 30 600 
BIC: HELADEF1JEN      Sparkasse Jena-Saale-Holzland

Verwendungszweck: Togo

Kulturzentrum Wassarabo

Das Zentrum ist ein Mehrzweckgebäude, das bereits bei der Gründung des Dorfes Wassarabo eine wichtige Rolle spielte.

Es wurde 1970 in traditioneller Art mit Lehm erbaut und 1977 in Massivbauweise erneuert und offiziell eingeweiht. Es diente als Alphabetisierungszentrum (abendlicher Unterricht in der lokalen Sprache Cotocoli). Zwei Lehrer sind dabei hervorgetreten: Herr Agoro Issaka und  Herr Tchatagba Djibril.

Später diente das Zentrum auch als Ort anderer kultureller Begegnungen. Ein Mitarbeiter des Sozialwesens ist dauerhaft angestellt und mit der Aufgabe betraut, Beratung oder Betreuung in allen sozialen Fragen zu übernehmen, wie Bildung junger Mädchen, Gleichstellung etc.

Nach gemeinsamer Beratung mit dem „Ausschuß für Entwicklung des Dorfes“  beschlossen wir im Jahr 2015 das Alphabetisierungszentrum als Kulturzentrum zu sanieren. 

Wie auch bei den vorangegangenen Projekten (Schulneubau, Versorgung des Brunnens mit einer Solarenergie betriebenen Pumpe) übernahm die Bevölkerung Hilfsarbeiten. Damit werden einerseits die Kosten gesenkt, vor allem aber wird das Zentrum dadurch ein GEMEINSAMES PROJEKT der Spender hier in Deutschland und der Menschen in Wassarabo.

2017 Feierliche Eröffnung des Kulturzentrums

Die Frauenvertreterin des Gemeindeverbandes Wassarabos, Frau Sirina, und der Vorsitzende des „Ausschuß für Entwicklung des Dorfes“  danken dem Eine-Welt-Haus für die Errichtung des Zentrums  und überreichen Frau Dr. Appenroth ein Geschenk. Die Präsidentin der Frauen des Dorfes hat ebenfalls im Namen ihrer Kolleginnen für die Renovierung des Zentrums gedankt.

Das Zentrum ist nicht nur ein Ort für kulturelle Aktivitäten und Alphabetisierungsmaßnahmen. Darüber hinaus dient es als Ort für Gemeindeaktivitäten wie beispielsweise die Durchführung von  systematischer Untersuchungen von Krankheiten wie Katarakt, Diabetes. 

Der Verantwortliche des Sozialwesens in Wassarabo wird jährlich einen Bericht über die stattgefunden Aktivitäten an den eine-Welt-Haus e.V. in Jena schicken.

In diesem Jahr wird die Inneneinrichtung fertig gestellt.

2016 Übergabe des Zentrums

Das Gebäude wurde im Sommer 2016 fertiggestellt.

Seit der Renovierung des Zentrums wird es von zwei Gruppen genutzt. Es handelt sich um eine Alphabetisierungsgruppe mit einem Lehrer. Eine zweite Gruppe mit einer Lehrerin, kümmert sich um die Bildung der Frauen im Allgemeinen, insbesondere derer, die nicht die Möglichkeit hatten, im jungen Alter eine schulische Bildung zu erfahren. 

2015 Beratung und Beginn der Bautätigkeit

Finanzierung eines Public-Health-Studiums

Herr Dr. Agoro arbeitet als Chefarzt im Distriktkrankenhaus von Guerin-Kouka / Togo unter sehr bescheidenen Bedingungen. Er ist als Allgemeinmediziner und einziger Arzt für 147 257 Menschen verantwortlich, die auf einer Fläche verstreut leben, die etwas größer als das Saarland ist. Er ist sowohl für die ärztliche Betreuung der Patienten, die Organisation von Impfkampagnen als auch für Verwaltungsaufgaben, z.B. im Kontakt mit internationalen Hilfsorganisationen und dem togolesischen Gesundheitsministerium zuständig.

Um all diese Herausforderungen bewältigen zu können ist ein Public-Health-Studium notwendig.

Nach unseren Recherchen wird der genannte Studiengang mit dem Abschluß als Master am Institut Régional de Santé Publique in Ouidah (BENIN) und auch in der BRD angeboten. Es ist der persönliche Wunsch von Herrn Dr. Agoro in Benin zu studieren, obwohl er Deutsch spricht und unser Land seit seinem Studium in Jena in den Jahren 2005-2008 kennt.

Unser Verein unterstützt diesen Vorschlag, weil wir damit einen Süd-Süd-Austausch fördern wollen. Wir glauben und hoffen, daß Dr. Agoro durch dieses Studium weitere wichtige Erfahrungen sammeln und im Nachbarland Kontakte knüpfen kann, die für seine weitere Arbeit in Togo nützlich sein werden.

Ein weiterer Grund ist, dass die Gesamtkosten eines Studiums in Benin geringer als in der BRD sind.

Das Master-Studium geht über 2 Jahre und kostet pro Jahr ca. 6500€.

Wir hoffen, dass er 2016 mit dem Studium beginnen kann.

Gesundheitsprojekt Kolowaré (Beginn 2011)

Das Gesundheitswesen in Togo ist im ganzen Land veraltet und genügt selbst minimalen Ansprüchen kaum. Je größer die Entfernung von der Hauptstadt, desto dramatischer ist die Versorgungssituation.

In den Dörfern gibt es praktisch keine medizinische Versorgung. Darunter leiden besonders ältere Menschen und Kinder, die wegen chronischer Krankheiten eine regelmäßige Betreuung brauchen. Viele Kinder und Säuglinge sind unterernährt.

Im Dorf Kolowaré (Zentralregion) gibt es ein Gesundheitszentrum mit einer allgemeinmedizinischen Ambulanz, einer Entbindungsstation und einem Behandlungszentrum für unterernährte Kinder. Viele dieser Kinder haben ihre Eltern an AIDS verloren und leben  als Waisen bei Verwandten oder Nachbarn in kleinen Dörfern verstreut ("Centre de santé de Koloware " bei Facebook Videodokumentation ).

Alle Kinder sind HIV-positiv oder an AIDS erkrankt. Zur medizinischen Betreuung werden sie in regelmäßigen Abständen ins Zentrum gebracht.

Wir haben unsere Unterstützung für 28 Kinder im Jahr 2011 begonnen. Die Zahl der bedürftigen Kinder nimmt ständig zu. Seit 2016 sind es 37 Kinder, das jüngste ist 5 Monate alt.

Mit unserer finanziellen Unterstützung kann Schwester Antonietta für die Ernährung  und regelmäßige Versorgung mit Arzneimitteln sorgen. Seit 2013 finanzieren wir auch die Schulmaterialien für diese Kinder.

Im Jahr benötigen wir dafür ca. 3.000€.

2017

Die Ostertage habe ich in Kolowaré verbracht. Schwester Antonietta hat seit Januar 2016 aus gesundheitlichen Gründen die Leitung an Schwester Béatrice übergeben. Von Italien aus begleitet sie das Projekt weiter.

Der verantwortliche Arzt, Herr Dr. Niman, berichtete, dass sich der gesundheitliche Zustand der Kinder Dank unsere Unterstützung mit guten Nahrungsmitteln stabilisiert habe. In den letzten 2 Jahren ist keines der Kinder verstorben.

Zur Zeit sind 49 Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 17 Jahren in Betreuung. Wir haben vereinbart weitere 14 Kinder aus Sokodé in unser Projekt einzubeziehen.

Die Kinder waren zur turnusgemäß zur medizinischen Untersuchung mit ihren Pflegeeltern gekommen. Neben der medizinischen Versorgung und der Übergabe der Versorgungsbeutel ist das Spielen ganz wichtig. Freude ist die Nahrung für die Seele. Wie man sehen kann macht das den Helfern aus der Kirchgemeinde selbst großen Spaß! 

2016

Den abschließenden Bericht  unserer Aktivitäten im Jahr 2016 finden Sie hier

Die letzte Zusammenkunft des Jahres fand im Dezember statt. Die Fotos zeigen die Kinder bei der Weihnachtsfeier.

Wie immer gab es am Ende des wieder einen Beutel mit Lebensmitteln.

2015

Berichte aus dem Jahr 2015 finden Sie hier und hier

Gesundheitsprojekt Tchamba (2009-2011)

Das Gesundheitswesen in Togo ist im ganzen Land veraltet, ineffizient und genügt selbst minimalsten Ansprüchen kaum. Besonders betroffen ist die Bevölkerung, die entfernt von der Hauptstadt Lomé wohnt.  Daher wollten wir die Gesundheitsbetreuung auf dem Land unterstützen.

Der Kontakt zu dem Krankenhaus in Tchamba wurden uns durch einem jungen Arzt vermittelt, der von 2005-2008 an der medizinischen Fakultät der Friedrich–Schiller-Universität Jena seine klinischen Semester absolvierte. Nach der Rückkehr in sein Heimatland hat der Eine-Welt-Haus e. V. das Distrikthospital in Tchamba (Zentralprovinz Togo), in dem Dr. Agoro seit dem Jahr 2008 als Assistenzarzt arbeitet, durch Sachspenden (Ultraschallgerät, EKG, Medikamente und Fachliteratur) unterstützt.

Schulneubau in Wassarabo

Durch Herrn Dr. Sibabe Agoro haben wir seit dem Jahr 2009 Kontakte in das Dorf Wassarabo (Präfektur Tchaoudjo), 15 km von Sokodé in der Zentralregion von Togo gelegen. Es hat ca. 1.000 Einwohner.
Das Schulwesen in Togo ist für afrikanische Verhältnisse relativ gut entwickelt. Zwei Drittel aller schulpflichtigen Kinder werden eingeschult. Eine bedeutende Verbesserung ist auch die im Jahr 2009 verfügte Abschaffung des Schulgeldes für Vor- und Grundschule.

Aber ab dem 7. Schuljahr wird ein Schulgeld erhoben und die finanziellen Mittel des Staates reichen, besonders für den Bau von Schulen in den Dörfern, nicht aus.

Für die Schüler der 1.-6. Klasse gibt es in der Gemeinde Wassarabo ein neues Schulgebäude, das von Plan Togo gebaut wurde.
ABER: für die Schüler der 7. - 10. Klasse gibt es nur
- das ehemalige Gebäude der Grundschule (im Jahr 1981!!! erbaut),
- das in schlechtem baulichen Zustand und
- mit 3 Klassenräumen viel zu klein für die 207 Schüler ist.

Aus diesen Gründen haben wir uns gemeinsam mit den Dorfältesten dazu entschlossen, den Neubau einer Schule mit 6 Klassenräumen für Schüler der 7. bis 10. Klassen zu unterstützen.

Im Juli 2012 wurde unser Antrag an das bundesdeutsche Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bewilligt.

Die Zeremonie der Grundsteinlegung fand am 7. Oktober 2012 in Anwesenheit des Deutschen Botschafters statt.

Am 20. März 2013 fand die feierliche Eröffnung der Neubauten statt.

Im Jahr 2014 haben wir den Brunnen der Schule mit einer durch Solarenergie betriebene Wasserpumpe ausgestattet.