Solar Home Systems

sind kleine 50 Watt-Anlagen als Insellösungen für Wohnhäuser. Das bedeutet, daß diese Systeme hauptsächlich in isoliert gelegenen Dörfern installiert werden, wo die armen Bauernfamilien in den nächsten Jahren keine Chance haben, an das öffentliche Stromnetz angeschlossen zu werden.

Mit finanzieller Unterstützung u. a. durch die Klimaschutzstiftung, durch die GLS-Stiftung Neue Energie, die Greenpeace-Umweltstiftung und mit privaten Spenden wurden bis zum Jahr 2013 mehr als 100 dieser Systeme installiert.

Im Rahmen des Wiederaufforstungsprojektes, das von der Klimapartnerschaft zwischen Jena und San Marcos ausgeht, werden 50 weitere dieser solar home systems vergeben.

Mehrere Dörfer, die zu San Marcos gehören, haben keinen Zugang zur Stromversorgung. Der fehlende Zugang zur Elektrizität verursacht den Menschen ernsthafte Probleme: Die Petroleumlampen, die die Bewohner bisher benutzen, sind durch ihren schädlichen Rauch und Ruß gesundheitsgefährdend, die mangelnde Beleuchtung trägt zu Augenproblemen bei. Nicht nur Frauen, die in den Morgenstunden kochen, sind davon betroffen - auch die Kinder, die nur abends ihre Hausaufgaben machen können (da sie tagsüber bei der Feldarbeit mithelfen), leiden unter der aktuellen Situation. Die Familien sind zudem von jeglichen Informationsnetzen wie Radio oder Fernsehen abgeschnitten. So kommt zur wirtschaftlichen Armut noch eine strukturelle dazu. Bildung und Entwicklung sind jedoch nur möglich, wenn die technischen Voraussetzungen dafür vorhanden sind.

Die Solar-Home-Systeme sind ebenso einfach wie wirkungsvoll. Jedes System garantiert in dieser Ausführung den Betrieb eines schwarz/weiss-Fernsehers, eines Radios sowie von drei Energiesparlampen. Seit 2002 haben schon mehr als 100 Familien in der Region Solar-Home-Systeme erhalten; ein Dorf ist inzwischen vollständig mit Sonnenstrom versorgt.

Die zweite Säule des Projektes – Umweltbildung - ist in ihrem Wirkungskreis noch umfassender: Durch das Bürgerradio, das in großen Teilen der Bevölkerung des Bezirks Carazo mit großem Interesse regelmäßig gehört wird, wird ein Medium genutzt, das großen Einfluss auf Information und Bewusstseinsbildung der Menschen hat. Gerade weil die Sendungen von Schülern und Studenten gestaltet werden, tragen sie den Gedanken des ressourcenschonenden Umgangs mit der Natur und die Sensibilisierung für Umweltfragen und erneuerbare Energien in die Familien. Und die beteiligten Entscheidungsträger aus Verbänden und Politik, die regelmäßig zu Interviews geladen werden, sind ihrerseits in den Veränderungsprozess eingebunden.

700 Euro kostet die Installation eines Solarpanels auf den ärmlichen Hütten der meist von der Landwirtschaft lebenden Menschen. 5 bis 10 Personen umfasst oft solch ein Haushalt.

100 Euro kostet eine Stunde Sendezeit im Bürgerradio zur Umweltbildung.

Mariluz Rojas López - eine der Antragstellerinnen solar-home-system - glückliche Besitzer