Hilfe für die Vorschule el campestre in San Marcos/Nicaragua

Bereits in frühen Jahren ist es wichtig, auch kleine Kinder durch eine altersgemäße Bildung zu fördern. Jedoch konnte leider in vielen Teilen der Welt eine frühkindliche Bildung noch nicht ausreichend ermöglicht werden. Der Besuch einer Vorschule ist in Nicaragua besonders für Kinder in ländlichen, abgelegenen Gebieten nicht immer einfach zu verwirklichen, da viele Vorschulen meist weit weg sind und die Eltern der Kinder oftmals keine Zeit haben, ihre Kinder jeden Morgen in eine weit entfernte Vorschule zu bringen.
Die Vorschule „El Campestre“, die wir gemeinsam mit dem Verein "Solentiname in Berlin" unterstützen, befindet sich in einem armen Stadtviertel namens „Los Campos“, welches ca. 2 km vom Stadtkern von San Marcos entfernt liegt und über eine holprige Schotterpiste zu erreichen ist. Durch die gute Angrenzung zu ihrem Wohnort können die Eltern ihre Kinder morgens innerhalb weniger Minuten zur Schule bringen und danach ihrer Arbeit nachgehen.

Die Vorschule wurde im Jahr 2000 gegründet und ermöglicht es seitdem ca. 30 Kindern zwischen 3-5 Jahren, eine Vorschulbildung direkt in ihrem Wohnort zu erhalten. Die Kinder werden jede Woche von Montag bis Freitag von 7:40 bis 11:30 Uhr von einer Erzieherin und einer Hilfserzieherin betreut.
Der Tag beginnt mit einem Morgenkreis, in dem alle zusammen singen und Bewegungsübungen durchführen. Mit den etwas älteren Kindern werden anschließend unter-richtsähnliche Einheiten durchgeführt, in denen die Kinder z. B. die verschiedenen Körperteile lernen oder mit ihnen erste Schreib- und Leseübungen durchgeführt werden, während die kleineren Kinder von der Hilfserzieherin beschäftigt werden. Danach wird mit ihnen gemalt, gespielt oder ihnen Geschichten vorgelesen.

Vor Jahren wurde die Vorschule durch eine italienische Organisation unterstützt, welche z. B. Spielgeräte für den Garten sponserte. Mit der Hilfe von „Vision Mundial“ konnte das Gebäude neu renoviert werden. Allerdings ist für die 30 Kinder nur ein Raum vorhanden, so dass eine Aufteilung in Gruppen kaum möglich ist.

Juni 2014: Wir freuen uns sehr, dass wir eine Zusage über eine Förderung von BILD HILFT "Ein Herz für Kinder" bekommen haben. Mit dieser Finanzierung können didaktische Materialien, Möbel und ein Wassertank für die Vorschule gekauft werden. Lesen Sie hier den Bericht über diese Aktivität.

Durch Ihre Spenden kann es ermöglicht werden, dass die sehr lerneifrigen Kinder weiter unter besseren Bedingungen lernen könnten und ihnen ausreichend didaktische Materialien zur Verfügung stünden.

 

 

Silgia Valentina Rodríguez García - das Leben einer Erzieherin 

„Wenn die Heimat klein ist, träumt man sich sie groß.“ Rubén Darío

Mein Name ist Silgia Valentina Rodríguez García. Ich bin eine junge Lehrerin der Gemeinde Los Campos und lebe mit meiner Familie in dieser Gemeinde. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und uns stehen nur wenige finanzielle Mittel zur Verfügung.

Ich arbeite bereits seit neun Jahren in der Vorschule „El Campestre“. Als ich anfing in der Vorschule zu arbeiten, hatte ich die 2. Klasse der Sekundarschule beendet. Ich musste aus gesundheitlichen Gründen aufhören zur Schule zu gehen.

Meine Tante Leyla Del Carmen Rodríguez Velásquez ist die Gründerin der Vorschule „El Campestre“, welche früher Vorschule „Sico“ hieß. Sie motivierte mich in der Vorschule zu arbeiten, da es keine Lehrer/innen für diese gab. Zuerst hatte ich Angst in der Vorschule zu arbeiten, da ich dachte, dass ich nicht genug Geduld und Hingabe für die Arbeit mit Kindern aufbringen könnte. Aber dank der Unterstützung meiner Tante beschloss ich im Jahr 2008 als Vorschullehrerin zu arbeiten.

Insofern begann ich ohne eine pädagogische Ausbildung als Vorschullehrerin zu arbeiten. Meine Tante zeigte mir mit den Kindern zu arbeiten und brachte mir Methoden bei, die ich gut als Vorschullehrerin anwenden konnte. Dieses verhalf mir, mich zu einer guten Vorschullehrerin zu entwickeln. Jetzt arbeite ich bereits seit neun Jahren in der Vorschule und konnte viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren sammeln.

Mein Wunsch ist es, weiter zu lernen und weiterhin in der Vorschule unterrichten zu können. Mir gefällt die Arbeit mit den Kindern sehr und ich lasse mich immer wieder für diese Arbeit begeistern. Ich fühle mich wie die zweite Mutter der Kinder, die ich unterrichte, da die Schule das zweite Zuhause der Kinder ist. Ich fühle mich sehr wohl mit meiner Arbeit und dem Vertrauen der Kinder und den Fähigkeiten, die ich in meinen Berufsjahren erlangt habe.

Im Jahr 2014 begann ich wieder zur Schule zu gehen. Dieses gelang mir mit Hilfe der Unterstützung meiner Mutter, die mich immer wieder dazu motivierte weiter zu machen. Ich studiere und arbeite nun und dieses Jahr werde ich die Sekundarschule beenden.

Im Jahr 2016 begann ich außerdem das Lehramt- Studium, um einen Universitäts-Titel zu erhalten und neue Methoden zu lernen, um die Kinder besser verstehen  und sie besser unterrichten zu können. Meinen Abschluss zu erhalten ist für mich ein sehr wichtiges Ziel, denn jeden Tag lerne ich mehr über die Bildung bei Kindern und Methoden, um die Lehre zu verbessern sowie Übungen um die Unterrichtsstunden effektiver gestalten zu können. Ich bin sehr froh über die Möglichkeit weiter studieren zu können und stolz auf das, was ich bereits erreicht habe. Ich habe mich sehr weiter entwickelt, als Person und als angehende Lehrerin. Ich konnte auch meine empirischen Kenntnisse verbessern und mein Wissen an meine Arbeitskolleginnen weiter geben.

Ich bin den Personen sehr dankbar, die meinen Traum ermöglichen, meine Schule fertig zu machen und Lehramt zu studieren. Außerdem danke ich der Gruppe aus Berlin, welche die Vorschule mit didaktischen Materialen unterstützt, um die Arbeit mit den Kindern zu verbessern und die mich auch mit meinem Studium unterstützen. Ich erinnere mich immer noch an den Tag, an dem die Gruppe aus Berlin die Vorschule besuchte und beschloss diese zu unterstützen. Es war der 8. Dezember 2012 als zuerst  Ralf Hedwig, Violeta Machado und Carmen Hernández die Vorschule besuchten und sie einige Zeit später erneut mit der Gruppe aus Berlin wiederkamen. Sie sahen die Bedarfe der Vorschule und begannen diese mit Materialen zu unterstützen. Von nun an sendete Jorge Méndez Neuigkeiten der Vorschule nach Deutschland und informierte die Gruppe, wenn neue Materialien benötigt wurden.

Durch diese Unterstützung wuchs meine Motivation erneut mit den Kindern zu arbeiten und es erfüllt mich mit viel Freude die Dankbarkeit der Kinder und dessen Familien zu sehen, weil ihren Kindern die Möglichkeit einer guten Vorschulbildung gegeben wird. Ich bin stolz auf meine Arbeit und dem Vertrauen der Kinder. Heute bin ich meiner Tante und meiner Mutter sehr dankbar, die mich dazu motiviert haben, meine Leidenschaft zu entdecken, mit Kindern zu arbeiten.