Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert eine Patenschaft?

Das ist die Entscheidung der Pateneltern und hängt auch von den Fähigkeiten des Patenkindes ab. Das Ziel kann darin bestehen, einem Kind nach Beendigung der Grundschule eine Lehre zu ermöglichen. Nach dem 3. Jahr der Oberschule bzw. dem Abitur kann ein Fachschul- bzw. Universitätsstudium begonnen werden, wobei wir darauf bestehen, dass (wegen der dort geringeren Kosten) eine staatliche Universität besucht wird. Einige Pateneltern haben ihren Patenkindern eine postgraduale Ausbildung finanziert.
Bitte teilen Sie uns rechtzeitig mit, wenn Sie die Patenschaft vorzeitig beenden möchten oder müssen, damit wir in diesem Falle neue Paten suchen können.

Gibt es einen Patenschaftsvertrag?

Ja. Er wird auf Spanisch verfasst. Ein Muster des Patenschaftsvertrages auf Deutsch finden Sie hier.

Im Vertrag sind die Pflichten des Patenkindes und der beteiligten Vereine formuliert. Deswegen wird er vom Patenkind (bzw. dessen Erziehungsberechtigten), der Geschäftsführerin von APRODIM und der/dem Verantwortlichen im Eine-Welt-Haus unterschrieben.

Sie als Pateneltern haben in der Patenschaft keine Pflichten, die wir in einen Vertrag schreiben könnten. Ihre Spende leisten Sie freiwillig und darüber hinaus gehen Sie lediglich eine moralische Verpflichtung ein, Ihr Patenkind zu unterstützen. Deshalb senden wir Ihnen, sofern Sie das möchten, ein unterschriebenes Original des Vertrages für Ihre Unterlagen zu. Gegenzeichnen müssen Sie ihn nicht.

Was geschieht mit meiner Spende?

Das Patenkind erhält die im Vertrag festgelegten Zahlungen monatlich bzw. die materielle Unterstützung (Schulmaterialien, Schuluniform usw.) zwei Mal im Jahr.

Durch die derzeit bestehende Kursdifferenz zwischen Euro und Dollar sowie zusätzliche Spenden vieler Pateneltern hatten wir die Möglichkeit, in San Marcos Strukturen aufzubauen, die eine verantwortungsvolle und qualitativ gute Betreuung der Patenkinder ermöglichen. Dazu gehören u. a. folgende Ausgaben:

- die Bezahlung einer Sozialarbeiterin (Carmen Hernandez), die die Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien betreut, das Patenschaftsprogramm in San Marcos organisiert, uns monatliche Berichte schickt,     Ihre Fragen beantwortet und vieles mehr;
- Fahrtkosten, Informationsveranstaltungen mit den Patenkindern;
- ein Sozialfonds - z. B. wenn ein Patenkind ein Schulheft verloren hat und für andere unvorhergesehene Ausgaben;
- Nachhilfeunterricht; Berufsorientierung für die Schüler der letzten Oberschulklasse;
- Bildungsprogramme wie z. B. eine wöchentliche, von den Patenkindern gestaltete Radiosendung.

Sie können die Belege für alle diese Ausgaben bei uns einsehen.

Wie kann ich Kontakt mit meinem Patenkind aufnehmen?

Für Briefe an und von Ihren Patenkindern haben wir die E-Mail-Adresse patenschaften@einewelt-jena.de eingerichtet. Nachrichten an diese Anschrift werden von den Jenaer Projektverantwortlichen und dem/der jeweiligen Freiwilligen in San Marcos gelesen.

Sofern Sie Spanisch sprechen, können Sie Ihrem Patenkind direkt schreiben. Ansonsten werden die Briefe von uns übersetzt.

Kann ich mein Patenkind besuchen?

Ja. Die Anschrift Ihres Patenkindes und des Partnerschaftsvereins APRODIM in San Marcos finden Sie in Ihrem Patenschaftsvertrag.

Sofern Sie kein Spanisch sprechen und/oder nicht allein nach Nicaragua reisen möchten, können Sie an einer von unserem Verein organisierten Patenelternreise teilnehmen, die in unregelmäßigen Abständen stattfinden.

Kann ich meinem Patenkind z. B. zum Geburtstag ein Geschenk schicken?

Im Prinzip ja. Allerdings können wir nicht immer alle Geschenke rechtzeitig nach Nicaragua schaffen, da wir dabei vom guten Willen und dem freien Platz im Koffer von Reisenden abhängig sind.
Prinzipiell ist ein Postversand möglich, aber teuer.
Bedenken Sie bitte, dass wir Ihnen, wenn Sie Ihrem Patenkind Geld in einem Brief schicken, weder über die Verwendung des Geldes Rechenschaft ablegen noch eine Spendenbescheinigung ausstellen können.

Sinnvoll ist es, wenn Sie uns mitteilen, was Sie Ihrem Patenkind für welchen Betrag schenken wollen. Sie überweisen uns diesen Betrag und wir kümmern uns um den Transfer des Geldes nach San Marcos. Dort kaufen die nicaraguanische Mitarbeiterin Carmen und der/die Freiwillige das Geschenk. Sie erhalten von uns die Kaufquittung. So ist sichergestellt, dass sinnvolle Geschenke gekauft werden und Sie fördern damit Produktion sowie Handel in Nicaragua.
Viele Pateneltern wollen ihren Patenkindern Schokolade schicken oder schenken. Lesen Sie dazu bitte unsere Empfehlung.

Ist das Patenschaftsprogramm gerecht?

Leider nein. Wie bei allen entwicklungspolitischen Aktivitäten gibt es Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten: wenn wir z. B. in einem Dorf bei San Marcos die Bevölkerung beim Bau einer ökologischen Trinkwasserversorgung unterstützen, sollten wir im Hinterkopf haben, dass zur gleichen Zeit Menschen in Afrika verdursten. Und wenn Sie einen Schüler als Patenkind annehmen, gehen andere leer aus.

Wir versuchen, diese Ungerechtigkeiten dadurch zu minimieren, dass nur diejenigen Kinder eine Patenschaft bekommen, die aus armen, bedürftigen Familien stammen. Zusätzlich gibt es positive Auswirkungen des Projektes dadurch, dass innerhalb der Familie durch die Unterstützung für ein Kind Mittel für die anderen Geschwister frei werden. Dadurch, dass mit Ihren Spenden Schulmaterialien, Kleidung, Geschenke, Schokolade gekauft werden, werden Wirtschaft und Handel in Nicaragua unterstützt.

Und nicht zuletzt bieten wir Ihnen im Patenschaftsprogramm, aber auch in anderen Projekten die Möglichkeit, mit uns gemeinsam an der Beseitigung globaler Ungerechtigkeiten zu arbeiten.

Fördert das Patenschaftsprogramm nur sehr gute Schüler und Studenten?

Nein. Auch wenn der Wunsch vieler nicaraguanischer Patenkinder und deren Eltern – wie auch vieler Pateneltern – verständlich ist, dass die Stipendiaten ein Universitätsstudium absolvieren. Nicht alle Jugendlichen sind dafür geeignet und wer die Voraussetzungen dafür nicht mitbringt, für den bedeuten die Anforderungen in der Hochschule unnötigen Stress. Außerdem haben wir gelernt, dass die nicaraguanische Wirtschaft und Gesellschaft gut ausgebildete Handwerker ebenso braucht wie Rechtsanwälte und Ärzte.

Deswegen möchten wir Sie, die eine Patenschaft übernehmen möchten oder schon haben, darauf vorbereiten, dass es kein Scheitern bedeutet, wenn ein Jugendlicher die Oberschule nach dem 3. Jahr verlässt und eine Fachschulausbildung als Solartechniker oder Kfz-Mechaniker beginnt.

Um auch Schülern mit Lernschwierigkeiten eine Perspektive zu geben, können wir im Patenschaftsprogramm einen Nachhilfeunterricht anbieten. Dieser wird vor allem ermöglicht durch eine langjährige Unterstützung durch den mit uns befreundeten Berliner Verein "Solentiname in Berlin e. V."

Lesen Sie hier einen Bericht eines Jugendlichen aus San Marcos über seine Erfahrungen als Nachhilfelehrer.

Falls Sie keine Patenschaft für ein Kind übernehmen möchten oder können

und sich mit Ihrer Spende also nicht längerfristig binden wollen, können Sie auch einen Betrag Ihrer Wahl für den Sozialfonds (fondo social) spenden. Damit können wir im Patenprojekt kurzfristig auf Notfälle reagieren und unser Projektpartner APRODIM kann in Nicaragua Einzelhilfe schnell und unkompliziert zur Verfügung stellen.
 
Unsere Bankverbindung lautet:
Eine-Welt-Haus e.V.
IBAN: DE96 8305 3030 0000 0306 00
Stichwort: Sozialfonds